01 Mai 2009

Differential abdichten

Es ist ja schon ein paar Tage her, dass die Wellendichtringe zu den Antriebswellen im Differential, hübsch originalverpackt, in den Kofferraum des roten /8ers fanden. Heute fanden sie nun auch in das Differential. So schwierig ist das nicht.

Also Auto beidseitig angehoben und hinten auf Böcke gestellt und die Räder abgenommen. Dann das Differentialöl abgelassen (vorher prüfen, ob die Einfüllschraube auch aufgeht). Nun kann man das Differential mit einem Wagenheber oder Grubenlift abstützen und den Deckel am Gummilager und dann vom Differential selber abschrauben.

Erst auf der einen, dann auf der anderen Seite nun die Verschraubung der Antriebswelle radseitig lösen (SW 19) und im Differential den Sicherungsring für die Antriebswelle herausziehen (für die linke Antriebswelle braucht man zum Wiedereinsetzen eine Spitzzange mit ganz langer Spitze). Die Antriebswelle erst radseitig nach innen herausziehen (dabei kann man von aussen ein wenig mit dem Hammer und einem Rohr nachhelfen) und durch geschicktes Knicken aus dem Radlager herausziehen. Um dabei Platz zu schaffen kann es notwendig sein, den Bremssattel abzuschrauben, dazu vorher die kleinen Laschen des Sicherungsblechs wegbiegen.

Dann fällt die Antriebswelle wie von selbst aus dem Differential. Dort liegt aber noch eine Distanzscheibe, die man nicht verlieren darf.



Alter Wellendichtring raus (Schraubendreher) und neuer rein. Zum Einschlagen des Wellendichtrings hat sich eine SW 46 1"-Nuss sehr bewährt, sie ist gerade ein wenig größer als der Wellendichtring und passt somit perfekt.

Das sollte es soweit gewesen sein, Zusammenbau ist wie Zerlegung nur andersherum...

Nachtrag: Leider ist der Deckel vom Differential trotz Einsatz von Hylomar nicht dicht geworden. Die Schrauben waren auch mit einer widerlichen Dichtmasse eingesetzt. Der Deckel ist nun wieder sauber und wir werden mal schauen, wo genau das Öl herauskommt.

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21 November 2008

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft

Bei eBay verdienen windige Händler den einen oder anderen Euro damit, problemlos verfügbare Neuteile von Mercedes als super-selten zu titulieren und dann für deutlich mehr als den Neupreis zu verkaufen. Dieser Deal funktioniert auch immer gut mit den kleinen Leder-Schlüsselmäppchen. Diese gibt es in schwarz noch neu für etwas mehr als 7 Euro.

Nicht mehr lieferbar jedoch sind Schlüsselmäppchen in anderen Farben als schwarz. Somit darf dieses originalverpackte Exemplar als Rarität angesehen werden:



Auf dem Bild ist es nicht so leicht zu erkennen aber dieses Schlüsselmäppchen ist aus rotem Leder. Also wie gemacht für den roten /8, der dieses kleine Geschenk zur nächsten Saison bekommt.

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08 August 2008

Und wofür die weite Reise?

Es war mir eine Ehre.















07 August 2008

Mal wieder die Beine ausstrecken

Nach viel zu langer Zeit, in der der rote /8 mal ein paar Kilometer hierhin und mal ein paar Kilometer dorthin fahren durfte, haben wir heute endlich wieder eine Fernreise unternommen. So richtig mal laufen lassen. Dazu war prächtiges Wetter, auf der Autobahn zeigte die Außentemperaturanzeige fast 40 Grad an, aber das behinderte unser flottes Vorankommen nicht. Von der Halle nach Dortmund




über die stark befahrene A2




und schließlich entlang der wunderschönen Alleen im Havelland nach Bahnitz.




Dort stellte sich der rote /8 dann leise tickend vor einen traumhaften alten Hof und entließ seinen Fahrer auf die Feier, zu der wir zusammen angereist sind. Das Klappern ist fast weg, es wird reichen, den Auspuff einmal neu zu hängen. Der Fahrer ist entspannt, das Auto zufrieden. Die große Fahrt im /8 macht einfach Spaß.

05 August 2008

Unklares Befinden

Anfang Mai hatte sich der rote /8 laut grummelnd beschwert, worüber auch immer. Natürlich fuhr er weiterhin sehr schön (denn nur ein leerer Tank kann einen /8 stoppen), aber bei höherer Drehzahl vibrierte der Auspuff vernehmlich. Sehr vernehmlich. Nach allgemeinem Kopfkratzen, warum urplötzlich ein leiser Auspuff zu einem lauten wird und ein ruhiger anfängt Resonanzen zu schwingen, kamen wir auf zwei mögliche Fehlerursachen überein: Auspuff ist verspannt oder Motorlager sind defekt und bringen den Auspuff mit dem Motor zusammen zum Schwingen.

Die These mit den Motorlagern erschien mir einleuchtend und ein Blick in die Wartungsunterlagen vermeldete, dass die Lager zumindest in den letzten 23 Jahren nicht erneuert worden waren. Diese Reparatur ist so schwierig nicht, also ab zu Mercedes und zwei Motorlager (und eine Unterlegplatte, es ist mal wieder dies und das "replaced by") bestellt. "Danke für Ihre Bestellung, können Sie morgen abholen." Morgen abgeholt: "Bitte zur Kasse..." - "Danke" - "224,80 Euro" - "...(röchel)". Die Motorlager kosten seit Mitte 2008 etwa 100 Euro inkl. MWSt anstatt früher 40. 200 Euro für zwei Motorlager, das geht nicht. Retour.

Also lange herumgesucht, welche Zubehörteile als qualitativ hochwertig gelten, febi gilt als nicht, Lemförder als durchaus aber nicht mehr lieferbar. Mein Lieferant einigte sich auf Meyle und ich nahm, was ich kriegen konnte. 34 Euro pro Stück klingt schon viel besser. Plus 10 Euro für diese lächerliche Unterlegplatte, die aber direkt von Mercedes.

Und heute war es dann soweit, der Eigner schritt zur Operation: Motoranschlag herausnehmen (ölgetränkt von dem leicht undichten Kurbelwellensimmerring, gleich zwei neue Baustellen auf einmal), Getriebelager vom Querträger abschrauben (damit es nicht beim Anheben des Motors zu arg verbogen wird), Auspuffhalter am Getriebe lösen, Schrauben durch die Motorlager ab, Motor anheben mit Wagenheber, dann mit Verlängerungen und Kreuzgelenken die beiden Inbusschrauben lösen, die je links und rechts die Motorlager an dem Fahrschemel halten. Alles eng aber mit etwas Gedrücke soweit kein Problem, hier und da kratzt man etwas am Lack entlang, aber so ist das halt. Fahrschemel reinigen und unter den Lagern (es liegt nicht direkt Gummi an) mit etwas Fluid Film Gel gegen Rost schützen, dann alles wieder zusammen (Lager an Fahrschemel 30 Nm, dicke Schraube durch Lager 70 Nm) und den Rest auch wieder montieren. Dauerte zwei Stunden und ging ohne große Sorgen. Die alten Lager hatten sich gegenüber den neuen um etwa einen halben Zentimeter gesetzt. Herr Kühn entfernte mit gestrengem Blicke unter Zuhilfenahme von Swizöl Quick Finish die Fingerabdrücke auf den Kotflügeln, die bei solchen Operationen nun einmal entstehen. Nie wieder waschen und doch immer ein sauberes Auto. Ein faszinierendes Produkt.

Probefahrt. Vibriert immer noch. Und genau wie im Mai bleibt keine weitere Zeit, denn übermorgen gehts auf große Fahrt. Wird schon funktionieren. Ist schließlich ein /8.

29 Juni 2008

Er fährt noch



Sehr schön fährt er sogar noch. Der Auspuff klappert halt ein wenig. Da somit akute Gefahr nicht vorlag und die Hebebühne mit anderen, wichtigeren Projekten blockiert ist kann der rote /8 so erstmal weiterfahren.

Manchmal denke ich, eine Wohnung in einer nicht ganz so guten Lage hätte es auch getan. Dann könnte ich morgens mit dem /8 zur Arbeit fahren anstatt eben rüber zu laufen. Denn der tägliche vorsichtige Gebrauch ist doch das, was das /8-Fahren zur rechten Freude macht. Aber so musste der rote /8 wieder in seine ruhige Ecke in der Halle zurück, natürlich nicht ohne ein paar Streicheleinheiten und Entfernung der toten Fliegen von der letzten Ausfahrt.

03 Mai 2008

Der Lenz ist da

Was macht man an einem wunderschönen Maisamstag, wenn man mit dem roten /8 sowieso gerade in Aachen ist? Natürlich nach Italien fahren, wo auch die Sterne sich tagsüber aufhalten. Aber das ist dann doch zu weit. Also gehts nach Belgien. Dort ist es fast so nett wie in Italien.

Aber vorher machen wir einen kleinen Umweg. Von Aachen zunächst nach Vaals, Richtung Maastricht auf die Landstraße und dann in Wittem rechts ab über Wijlre und Schin op Geul nach Valkenburg. Kurz vor Valkenburg öffnet sich rechts der Straße der Blick auf Kasteel Schaloen, das besonders schön in die niederländische Landschaft eingebettet liegt und einen kurzen Halt verdient.

Valkenburg selber ist ein niederländisches Tourismuszentrum, entsprechend viel ist los. Nun geht es besser gleich weiter Richtung Meerssen und man passiert die ehemalige Klosteranlage Chateau St. Gerlach, heute zu einem Hotel umgebaut und mit einem wunderbaren kleinen Restaurant im Garten. Die Klosterkirche wird gerade restauriert, ist aber auch so sehr hübsch anzusehen. Der weitläufige gepflegte Garten und die verteilten Gebäude verströmen ein angenehm entspanntes Lebensgefühl.

Der Weg führt die Reisenden nun nach Maastricht und auf dem Stadtring einmal gegen den Uhrzeigersinn um Maastricht herum bis zur Abzweigung in Richtung Tongeren. Nach wenigen Metern, hinter dem Kriegerdenkmal, zweigt von der Straße nach Tongeren dann eine kleinere Straße nach links ab, die gemütlich zu fahren durch ein weites schönes Tal führt, über Kanne nach Eben Emael (das Fort aus dem zweiten Weltkrieg ist ausgeschildert, wenn auch schlecht, und kann besichtigt werden). Noch in Eben Emael biegt man links von der Straße ab nach Lanaye und gerät bald in einen Wald, an dessen Rand sich an einem kleinen Parkplatz eine Bank mit schöner Aussicht über den Albertkanal und Eijsden auf der anderen Seite bietet - die andere Seite der Maas, über die hier keine Brücke führt. Also fährt man anschließend nur über den Kanal und dann weiter nach Nivelle und Lixhe, kreuzt die N602 und fährt durch die Hafenanlagen bis zur N618 und dann nach Vise hinein. Vise hat eine Menge Kneipen an der Hauptstraße aber ist sonst merkwürdig unauffällig, eigentlich gibt es keinen Grund hier zu halten. Also über die Richtung Maastricht ausgeschilderte Landstraße weiter nach Eijsden. Hier ist es richtig nett, das Zentrum besteht aus einer weiten mit Kopfsteinen gepflasterten Straße die direkt an die Maas führt. Dort findet sich dann in herrlichstem Sonnenschein ein kleiner Biergarten, eine Fähre für Fahrräder tuckert über die Maas, man sitzt vor seinem Häuschen in der Sonne und genießt das Wochenende. Weiter führte die Fahrt ein Stück zurück Richtung Vise und dann links ab an Mesch vorbei nach Libeek, dann Mheer, Noorbeek, Sint-Martens-Voeren, De Planck, Teuven, Slenaken, Epen und dann ist man schon wieder in Vaals und eine Rundreise voller Sonne, Wärme und Landschaft hat den Samstag vergoldet. Und der /8 schnurrt auch wieder zufrieden.

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